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Okt., 2020

Autovermietung - Worauf Sie achten sollten

Autovermietung: Worauf Sie achten sollten

Ob bei der Autovermietung oder beim Carsharing: Wenn Sie ein Auto mieten, dürfen Sie erwarten, dass es in einwandfreiem Zustand ist. Hundertprozentige Verkehrstauglichkeit und voll funktionsfähige Technik sind selbstverständlich.

Aber obwohl es nicht Ihr Fahrzeug ist, gilt: Verantwortlich dafür, dass bei Fahrtantritt alles stimmt, ist der Fahrer. Achten Sie also unbedingt auf:

  • Allgemeine Funktionstüchtigkeit des Fahrzeugs
  • Fahrzeugbeleuchtung
  • Bereifung

Außerdem müssen Sie die folgenden Dinge an Bord sein:

  • Warndreieck
  • Erste-Hilfe-Koffer
  • Warnweste
  • Fahrzeugschein

Das sind die gesetzlichen Vorgaben – ob Mietwagen oder Carsharing spielt hier keine Rolle.

Nicht ganz so entscheidend, aber ebenfalls in Ihrem Interesse: Wenn nichts anderes vereinbart ist, sollte der Tank eines Mietwagens bei Übergabe voll sein.

Beim Carsharing dagegen übernehmen Sie das Fahrzeug in der Regel mit dem jeweiligen Füllstand, wie er gerade ist. Getankt wird nach Bedarf.

Auto mieten: Was im Vertrag stehen sollte

Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie als Mieter einen schriftlichen Mietvertrag bekommen. Neben den üblichen Informationen über Fahrzeug und Fahrer ist folgendes besonders wichtig:

  • Der Versicherungsumfang ist wie vereinbart dokumentiert.
  • Der Gesamtpreis inklusive Steuern stimmt mit der Buchung überein.
  • Es fallen keine überraschenden oder unüblichen Gebühren an.
Mietwagen: Übergabeprotokoll ist guter Standard

Die meisten Autovermietungen arbeiten heute mit Übergabeprotokollen in Formularform. Darin verzeichnet sind normalerweise:

  • grundlegende Daten (Fahrzeugtyp, Mietvertragsnummer, Autokennzeichen, Name des Fahrers)
  • Stationen und Zeitpunkte für Annahme und Abgabe
  • Kilometerstand
  • Tankfüllstand
  • Ausstattung (neben Warndreieck, Erste-Hilfe-Koffer und Warnweste auch Navigationsgerät und ähnliches)
  • Schäden

Übernahmeprotokolle dieser Art sind praktisch und sorgen für Transparenz. Vermietungen sind zwar nicht verpflichtet, sie zu verwenden. Als Mieter haben Sie aber das Recht, auf einem Protokoll zu bestehen. Wenn es kein Formular gibt, reicht ein handschriftliches Dokument.

Wichtig: Das Protokoll gilt nur mit Unterschrift des Anbieters.

In der Regel wissen Autovermieter um die Kratzer und Dellen ihrer Flotte. Wenn Sie ein Fahrzeug mieten, sind vorhandene Schäden meistens schon im Formular eingezeichnet – Sie unterschreiben nur noch.

Aber auch der gewissenhafteste Anbieter kann mal etwas übersehen. Nehmen Sie sich darum die Zeit, einmal um Ihren Mietwagen herumzugehen: Stellen Sie sicher, dass es keine Schäden gibt, die noch nicht verzeichnet sind.

Denn ob ein bisher unentdeckter Schaden vor Ihrer Fahrt schon da war, ist für den Anbieter danach nicht mehr nachzuvollziehen.

Falls der Anbieter nach einer Fahrt einen Schaden entdeckt, ist der Mieter dafür nicht automatisch haftbar. Die Beweislast liegt beim Anbieter, das heißt: Der Mieter ist erst dann haftbar, wenn bewiesen ist, dass er den Schaden verursacht hat.

Erfahrungsgemäß landen solche Fälle leider häufig vor Gericht. Wer sich für Feinheiten der Thematik interessiert, findet unter diesem Link ausführlichere Informationen:

Hier finden Sie weitere Informationen

Im Zweifelsfall spart es allen Beteiligten Zeit und unnötigen Stress, wenn alles sorgfältig dokumentiert ist.

Protokoll auch bei Rückgabe

Auch bei der Rückgabe eines Fahrzeugs ist es in beiderseitigem Interesse, ein Protokoll anzufertigen. Denn Transparenz ist wichtig für einen reibungslosen Ablauf und schafft Vertrauen.

Carsharing: Schäden melden

Beim Carsharing findet in der Regel keine Übergabe des Fahrzeugs statt – Sie buchen per App, checken mit einer Chipkarte ein und fahren los. Aber auch hier kann es Ärger geben, wenn ein unentdeckter Schaden auffällt.

Wenn Sie also an Ihrem Carsharing-Fahrzeug Kratzer, Beulen, Dellen finden: Kontaktieren Sie vor Fahrtbeginn den Anbieter und melden den Schaden, um auf der sicheren Seite zu sein. Folgen Sie dafür dem Prozedere, das Ihr Anbieter vorsieht.

Höchste Sicherheit bei der Übergabe: Fotos und Videos

Bei vielen Autovermietern gehört es zum festen Ablauf, den Zustand des Fahrzeugs bei der Übergabe durch Fotos und Videos zu dokumentieren.

Das ist auch im Interesse des Mieters: So belegen Sie einwandfrei, ob eine Schramme schon vor der Fahrt da war oder nicht. Jede halbwegs moderne Smartphone-Kamera bietet für diesen Zweck eine mehr als ausreichende Bildqualität.

Überführungsfahrten

Wenn Sie ein Fahrzeug nicht mieten, sondern für einen Auftraggeber überführen, gelten dieselben Ratschläge für Annahme und Übergabe wie beim Mieten eines Fahrzeugs. Auch hier gewährleisten Protokoll, Bilder und Videos, dass der Zustand des Fahrzeugs bekannt und dokumentiert ist.

Und falls der Auftraggeber kein Formular zur Verfügung stellt, ist das kein Problem: Ein handschriftliches, unterschriebenes Dokument genügt. Gerade in diesem Fall ist es besonders zu empfehlen, Fotos und Videos vom übergebenen Fahrzeug anzufertigen.

Hier können Sie sich ein kostenloses Beispiel-Überführungsprotokoll herunterladen:

ONLOGIST - Überführungsprotokoll

Fazit

Bei den meisten Fahrten mit Mietfahrzeugen oder beim Carsharing gibt es keine Unregelmäßigkeiten. Aber gerade viele gute Erfahrungen können mit der Zeit zu einer gewissen Nachlässigkeit führen. Hier ist es wichtig aufmerksam zu bleiben.

Ob Sie Kunde einer Autovermietung oder eines Carsharing-Anbieters sind, oder ob Sie Fahrzeuge für Ihre Kunden überführen: Ein Übergabeprotokoll mit Unterschrift plus Bildmaterial kostet nichts und ist die beste Absicherung.