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Reifenwechsel im Flottenbestand

31.03.2022

Frühlingszeit ist Umrüstzeit.

Laut O-bis-O-Regel steht der saisonale Wechsel von Winter- auf Sommerreifen an. Ein Thema, das auf wenig Begeisterung bei den Fahrzeughaltern stößt. Vor allem der Zeitfaktor ist Vielen ein Dorn im Auge. Denn das Auto fährt sich nicht von allein in die Werkstatt. Und dort angekommen wird man meist mit langen Wartezeiten konfrontiert. Je nach Lagersituation kommt das lästige Reifenschleppen dazu. Ganz zu schweigen von den Kosten. 

Was schon im privaten Bereich ein hohes Maß an Organisation verlangt, stellt Flottenbetreiber regelmäßig vor die Frage nach effizienten Management- und Logistik-Lösungen. Beispiel Überführung. Zum Umrüsten müssen die Fahrzeuge vom Stellplatz zum Ort des Reifenwechsels und wieder zurück transportiert werden. Je nach Fuhrparkgröße ein komplexes Unterfangen.

Hier sind einfache, schnelle und transparente Prozesse das A und O, um den Fuhrparkverantwortlichen den Rücken für das Kerngeschäft freizuhalten.

Doch dazu später mehr.

Unternehmen müssen Kosten senken und dennoch leistungsfähig bleiben.

Der Posten „Bereifung“ stellt für Unternehmen mit Fuhrparks einen erheblichen Kostenfaktor dar.

Nach Angaben des Reifenkonzerns Goodyear liegen die Ausgaben für Reifen in der Flotte bei etwa drei Prozent der Gesamtbetriebskosten. Rechnet man Faktoren wie beispielsweise den Verwaltungsaufwand mit ein, steigt die Zahl immens. Trotzdem ist die richtige Reifenauswahl zur richtigen Zeit unabdingbar für die Mobilität der Flotte.

Drei Gründe für die Wichtigkeit richtiger Bereifung:

1. Sicherheit

Ein Flottenbetreiber muss gewährleisten, dass die Angestellten immer sicher unterwegs sind. Falsche oder mangelhafte Bereifung kann sowohl die Fahrer selbst als auch andere Verkehrsteilnehmer schnell in die Bredouille bringen. Wer seine Flotte bei heißen Temperaturen immer noch mit Winterreifen auf die Straße schickt, riskiert Unfälle.

Steigen die Temperaturen, verlieren Winterreifen an Grip. Der Bremsweg verlängert sich und das Fahrzeug wird instabil.

Neben der Gefährdung für den Fahrer sprechen auch finanzielle Gründe für die saisonal angepasste Bereifung. Materielle Schäden am Fahrzeug führen zu Standzeiten. Standzeiten bedeuten Verdienstausfall. Verdienstausfall kostet Flottenunternehmen Geld.

2. Verschleiß

Die richtigen Reifen zur richtigen Jahreszeit haben eine günstige Wirkung auf den Verschleiß. Winter-Pneus haben zwecks besserer Straßenhaftung bei frostigen Temperaturen eine weichere Gummimischung. Der Bremsweg verkürzt sich. Im Sommer geht das Konzept nicht auf, da sich die weichere Gummimischung auf heißen Straßen schneller abnutzt.

Abgefahrene Reifen brauchen mehr Kraftstoff. Mehr Kraftstoff bedeutet einen höheren finanziellen Aufwand. Je nach Fuhrparkgröße kann sich das erheblich auf die Gesamtbetriebskosten auswirken.

3. Rechtliche Gründe

In Deutschland gilt seit 2010 die situative Winterreifenpflicht. Heißt: Bei winterlichen Straßenverhältnissen (Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch etc.) darf nur mit Winterreifen gefahren werden.

Wer bei Schnee und Glätte mit Sommerreifen erwischt wird, zahlt ein Bußgeld von 60 Euro. Den Punkt in Flensburg gibt es als Geschenk on top. Bei Gefährdung erhöht sich die Summe. Zusätzlich kann ein Unfallschaden mit falscher Bereifung möglicherweise Konsequenzen beim Versicherungsschutz nach sich ziehen.

Nur eine mobile Flotte ist eine profitable Flotte.

Einen kompletten Fuhrpark mobil zu halten, ist eine Herkulesaufgabe. Betrachtet man nur das Reifenmanagement, wird klar, warum viele Flottenbetreiber diesen Bereich outsourcen. Schließlich müssen Reifen nicht nur gewechselt, sondern auch gekauft, gewartet und gelagert werden.

Hinzu kommt der ganze Abrechnungs-Prozess. Ein enormer Verwaltungsakt, der Personalkosten, Zeit, Platz und finanzielle Mittel verschlingt. Was in kleineren Fuhrparks vielleicht noch mit einer lokalen Vertragswerkstatt zu bewerkstelligen ist, bedeutet für große Flotten einen überproportionalen Mehraufwand, der nicht einfach nebenher organisiert werden kann.

Das Flottenfahrzeug ist Werkzeug, nicht Kerngeschäft!

Ein Umstand, den man sich bewusst machen muss. Hier ein simples Beispiel:

Der Besitzer eines Getränkemarktes braucht Fahrzeuge zur Auslieferung an die Kunden. Doch er verdient sein Geld mit dem Verkauf von Getränken. Hier liegt der Fokus. Die Mitarbeiter werden bezahlt, um dieses Geschäft am Laufen zu halten.

Der Fuhrpark ist nur Mittel zum Zweck.

Der Zweck lautet, die Kundenwünsche zu bedienen, um weiterhin Gewinn mit dem Verkauf von Getränken zu generieren.

Kurz gesagt: Wer das Reifenmanagement selbst in die Hand nimmt, verlagert wichtige Kapazitäten in einen Bereich, der mit dem eigentlichen Kerngeschäft nichts zu tun hat. Diese Kapazitäten fehlen dann möglicherweise beim Erhalt und Ausbau des Hauptgeschäftes.

Reifenmanagement outsourcen?

Vorab: Eine Universallösung für das optimale Reifenmanagement im Flottenbetrieb gibt es nicht. Ob externer Dienstleister, Auslagerung von Teilbereichen, Full-Service-Leasing oder auf eigene Faust. Die Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab, die es zu sammeln und zu analysieren gilt.

Fuhrparkverantwortliche müssen die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen, um für Ihr Unternehmen die effizienteste Variante herauszufiltern.

Umfragen zeigen, dass deutlich mehr als die Hälfte der Fuhrparks in Deutschland mittlerweile auf einen Reifenservice zurückgreifen. Ein Aufwärtstrend zeigt sich besonders bei Flottenbetrieben mittlerer Größe.

Aber: Flotte ist nicht gleich Flotte! Und ein Trend ist kein Gesetz.

Für manche Flotten kann eine interne Verwaltung durchaus Sinn machen. Hier spielt neben Flottengröße und Manpower auch das Know-How der Verantwortlichen eine Rolle.

Und was ist mit Ganzjahresreifen?

Ganzjahres- oder Allwetterreifen werden auch in Deutschland immer beliebter. Die Nachfrage ist groß. Der Handel reagiert mit immer mehr und technisch ausgefeilteren Modellen. Die Gründe für die steigende Popularität sind so simpel wie pragmatisch. Der lästige und teure Reifenwechsel entfällt. Gedanken um einen geeigneten Lagerplatz adé. 

Rein optisch sind Ganzjahresreifen ein Hybrid aus Sommer- und Winterreifen. Gummimischung und Profilstruktur sind so konzipiert, dass man sie bei jeder Witterung fahren KANN.

Sie sind typische Allrounder, aber eben ein Kompromiss.

So sind sie z.B. weicher als die auf trockene Verhältnisse spezialisierten Sommerreifen und nutzen sich bei heißen Temperaturen deutlich schneller ab. Verstärkt wird die Abnutzung durch den Dauereinsatz. Untersuchungen ergaben außerdem, dass der Bremsweg bei den Allroundern länger ausfällt. Ein Minuspunkt in punkto Sicherheit.

Salopp formuliert: Für Wenigfahrer in gemäßigten Klimazonen, die bei plötzlichem Wetterumschwung auf andere Mobilitätsdienste zurückgreifen können sind sie eine praktische Option. Vielfahrer, die gerne auch mal Urlaub in schneereichen Regionen machen und auf ihr Auto angewiesen sind, sollten hingegen eher auf saisonale Reifen zurückgreifen.

Für Flottenbetreiber sind Allwetterreifen grundsätzlich interessant.

Das Einsparpotenzial gegenüber herkömmlichen Reifen ist ein klarer Vorteil. Keine Anschaffungs- und Lagerkosten für einen Zweiten Reifensatz sowie kein halbjährlicher Zeit- und Kostenaufwand für die Umrüstung.

Die Frage, ob ein Einsatz von Ganzjahresreifen im Flottenbetrieb sinnvoll ist, wird unter Brancheninsidern heiß diskutiert. 

Tatsache ist, dass das Klima immer milder wird. Spezial-Reifen könnten deswegen auf lange Sicht entbehrlich werden. Ein deutliches Pro. Parallel dazu schreitet die technische Weiterentwicklung der Allrounder immer mehr voran. Das Hauptargument der Gegner „Sicherheitsrisiko“ könnte damit bald obsolet sein. Viele Flottenbetreiber scheinen das ähnlich zu sehen und wagen den Schritt zu Allwetterreifen.

Beispiel Deutsche Post. Der führende Logistik-Anbieter hat den Großteil seiner imposanten Flotte mit Ganzjahresreifen ausgestattet und fährt gut damit. Es wird sich zeigen, ob weitere Flottenbetreiber nachziehen.

Es bleibt spannend. ONLOGIST bleibt dran!

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